Die Basilika der Heimsuchung der Hl. Jungfrau Maria in Trakai

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Beschreibung

 

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Auf der von Seen umgebenen Halbinsel Trakai erhebt sich die Basilika der Heimsuchung der Hl. Jungfrau Maria. Die Kirche, die mit ihrer Größe und Majestät der Inselburg Trakai ebenbürtig ist, wurde 2017 als Basilika geweiht: Dieser Titel wird nur Gebetshäusern mit besonderer Bedeutung zuteil.

In Litauen gibt es insgesamt 8 Basiliken: die erzbischöfliche Kathedrale St. Stanislaus und St. Ladislaus in Vilnius, die erzbischöfliche Kathedrale St. Peter und Paul in Kaunas, die Basilika der Auferstehung Christi, die Basilika der Geburt der Hl. Jungfrau Maria in Šiluva, die Basilika der Himmelfahrt der Hl. Jungfrau Maria in Krekenava, die Basilika des Hl. Erzengels Michael in Marijampolė, Basilika der Heimsuchung der Hl. Jungfrau Maria in Žemaičių Kalvarija und die Basilika der Heimsuchung der Hl. Jungfrau Maria in Trakai. Weltweit wurden etwa 2000 Heiligtümer zu Basiliken geweiht.

Die im 15. Jahrhundert von Vytautas dem Großen gegründete Basilika der Heimsuchung der Hl. Jungfrau Maria besitzt die Form eines unregelmäßigen Rechtecks. In ihr verbinden sich harmonisch die Züge von Gotik und Barock. Die an den Wänden der Kirche freigelegten Fragmente von Fresken erinnern an die Stilistik aus der byzantinischen Epoche, wie sie auch in der Inselburg von Trakai zu finden ist. 

In der Basilika wird ein üppiger Schatz aus sakralen Gegenständen und Kunstwerken aufbewahrt: Staffeleigemälde, Denkmäler, verschiedene Reliquien, Kelche, Kerzenständer aus dem 18. Jahrhundert, eine Lampe des ewigen Feuers u.a. Besondere Aufmerksamkeit hat das Gemälde der Gottesmutter verdient, das für Wunder und Gnade bekannt ist. Diesem ersten zur Zeit des Großfürstentums Litauen offiziell von Papst Clemens XI mit Goldkronen gekrönten Gemälde wurde der Titel Fürsprecher der Kranken zuteil. Interessanterweise wird das Bild der Gottesmutter seit alten Zeiten von den Religionsgemeinschaften der Katholiken, Orthodoxen und der Muslime verehrt.

Vom 1. September 2017 bis 8. September 2018 feiert die Basilika das Jubiläum der Krönung dieses berühmten Gemäldes. Deshalb wurde das Jahr 2018 zum Jahr der Gottesmutter Trakais – Beschützerin Litauens erklärt und das Läuten der 2017 geweihten neuen Glocken der Basilika soll die Kunde vom Festjahr verbreiten.

Das Heiligtum in Trakai wird von vielen Gläubigen besucht, und sie kommen nicht nur aus Litauen. Besondere Feierlichkeiten sind das jährlich stattfindende Ablassfest zu Mariä Himmelfahrt und das Ablassfest von Trakai (Trakinės). Sie ziehen Pilger aus den Nachbarländern und von weiter her an. Während des Ablassfestes nehmen die frommen Menschen an einem Umzug vom Tor der Morgenröte in Vilnius bis zur Basilika in Trakai teil – eine Strecke von fast 30 km!

 

Die Basilika von Trakai

Das spirituelle Zentrum der Stadt Trakai – die Basilika der Heimsuchung  der Hl. Jungfrau Maria– hat eine außergewöhnliche Geschichte. Sie wurde niemals geschlossen, an eine andere Konfession übertragen oder für andere, religionsfremde Zwecke genutzt. 

Diese Kirche ist nicht nur ein einzigartiges Denkmal des Glaubens und der Geschichte der litauischen Kultur. Der besonders ehrenwerte Titel der Basilika wurde nach speziellen Kriterien zuerkannt, die imDomus Ecclesiae, d. h. im Ordnungsdekret über den Kult und die Sakramente Gottes, festgelegt sind. Die Kriterien gelten sowohl für das Gebäude, als auch für die lebendige Kirche, d. h. für die sich in ihr versammelnde Gemeinde der Gläubigen. Es wird auf die besondere historische Bedeutung der Kirche für den Staat oder die Region, die Festlichkeit des Gebäudes sowie das Werk der Gemeinde der Gläubigen zur Verbreitung des Glaubens und zur Nächstenliebe geachtet.

Mit dem Titel der Basilika wird außerdem die besondere Beziehung der Kirche zum Papst betont. Schließlich hängt im Hauptaltar der Basilika von Trakai seit sechs Jahrhunderten das ehrwürdige Gemälde der Gottesmutter, das vor 300 Jahren die von Papst Clemens XI geschenkten Kronen erhielt. Bemerkenswert ist auch das 2015 geweihte Denkmal für Johannes Paul II im Kirchhof der Basilika der Heimsuchung der Hl. Jungfrau Maria von Trakai. 

Die Anerkennung des Titels der Basilika verpflichtet zur Demonstrierung eines beispielhaften aktiven Gemeindelebens, zur Seelsorge und zur Ausführung feierlicher liturgischer Rituale. Basiliken geben Einblick in die Dokumente des Papstes, ziehen Pilger und nach Spiritualität dürstende Menschen an. 

In der Basilika der Heimsuchung der Hl. Jungfrau Maria wird die heilige Messe täglich auf Litauisch und Polnisch abgehalten.

 

Das Gemälde der Gottesmutter

Noch vor der Anerkennung durch den Papst verbreitete sich im gesamten Großfürstentum Litauen die Kunde über das Gemälde, das die Hl. Jungfrau Maria und ihr Kind abbildet. Von Anbeginn des 17. Jahrhundert wurden am Gemälde Gelübde aufgehängt, Geschenke als Ausdruck des Dankes für erfahrene wundersame Gnade, beispielsweise Geschmeide aus Edelmetallen in Form eines Herzens oder Halsketten. Am Gemälde der Gottesmutter kann man heute fast 400 Gelübde zählen!

Das Originalgemälde aus dem 15. Jahrhundert mit gotischen Zügen hat eine besondere historische Bedeutung. Auf der anderen Seite des Gemäldes befindet sich eine Inschrift, die besagt, dass dies das Geschenk des byzantinischen Kaisers Manuel II Palaiologos anlässlich der Taufe des litauischen Herrschers – Vytautas des Großen – gewesen ist. Dieselbe Inschrift bezeugt, dass es sich um die Gottesmutter Nikopoia handelt, was auf Griechisch die „Siegbringende“ bedeutet. Man glaubt, dass Nikopoia zu Beginn des 12. Jahrhundert dem Kaiser behilflich war, die Belagerung durch die Perser zu brechen und nach Konstantinopel zurückzukehren. Aus diesem Grund hielten die byzantinischen Kaiser diese Madonna für die Schutzpatronin ihrer selbst und der Hauptstadt.

Das im Hauptaltar der Basilika von Trakai hängende wundersame Gemälde wurde über die Jahrhunderte nachgemalt. Untersuchungen von Restauratoren haben ergeben, dass das frühere Abbild Mariens im Stil der Gotik gehalten war: Die Hl. Jungfrau wurde stehend, ohne Kopfbedeckung, wahrscheinlich mit einem Rosenkranz auf ihrem Haupt abgebildet. Anscheinend war das Gemälde zu groß für den neuen Altar, deshalb wurde sein unterer Teil abgeschnitten, der Hintergrund erneut graviert und vergoldet. Die Marienfigur wurde im byzantinischen Stil übermalt, über dem Gemälde hängt die wertvolle Krone, die zuvor das Gemälde selbst geziert hat. Das Abbild Mariens mit dem Kind entzückt durch seinen vergoldeten Rahmen aus geschmiedetem Silberzinn und den vom Papst geschenkten Goldkränken. Der fein gravierte goldene Hintergrund, der auf die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert datiert wird, wurde abgetragen und erneut graviert.

 

Die Glocken

Zum Anlass des Jubiläumsjahres wurden 2017 beim Konsekrieren des großen Altars der Basilika die neuen Glocken feierlich geweiht. Sie wurden in der berühmten Glockengießerei der Brüder Kruszewski im polnischen Węgrów gegossen. Die große Glocke ist der Ehre der Gottesmutter von Trakai – der Beschützerin Litauens – gewidmet. Sie wiegt 700 kg! Die zweite Glocke, die etwas kleiner ist, wurde zum Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Wiederherstellung des litauischen Staates angefertigt. 

 

Das Jubiläumsjahr 2017–2018

Vom 1. September 2017 bis 8. September 2018 haben wir ein besonderes Jahr. Die von Papst Fanziskus gekrönte Basilika von Trakai feiert ihr 300-jähriges Jubiläum der Krönung des Gemäldes der Gottesmutter. Außerdem sind seit der Wiederherstellung des litauischen Staates 100 Jahre vergangen. Die Bischöfe Litauens und das Parlament der Republik Litauen (Seimas) haben das Jahr 2018 zum Jahr der Gottesmutter von Trakai – der Beschützerin Litauens – erklärt. Die neuen Glocken der Basilika verkünden diese Nachricht feierlich. 

Die Bedeutung des Gemäldes der Gottesmutter Trakais in der Geschichte Litauens lässt sich nicht leugnen. Zum Anlass des Jubiläumsjahres der Krönung dieses Gemäldes werden sakrale und kulturelle Veranstaltungen organisiert - ein internationaler Mariologenkongress, thematische Vorlesungen, Konferenzen - und jeden Monat wird zum „Gebet für Stadt und Heimat“ geladen, bei dem um Frieden und Wohlstand für die Bewohner Litauens und in aller Welt gebeten wird.


Adresse: Birutės Str. 5, Trakai, Gemeinde Trakai, Bezirksverwaltung Trakai