Das Zentrum für traditionelles Handwerk des Landkreises Trakai

Ihre Entfernung zu diesem Objekt

10 min. 10 min. 10 min. 10 min.

Beschreibung

 

 Audioguide

 

 

 

 

Die Geschichte des Landkreises Trakai zeichnet sich durch seine eindrucksvolle Landschaft und über viele Jahrhunderte friedlich zusammenlebende Völker aus. Auf Einladung des litauischen Großfürsten Vytautas (während der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert) kamen Vertreter verschiedener Kulturen und Glaubensrichtungen nach Trakai: Karäer, Tataren u.a. Jeder von ihnen errichtete sein eigenes traditionelles Gebetshaus. Mit der Moschee der Tataren, der Kenesa der Karäer, den Kirchen der Orthodoxen, der ukrainischen bzw. griechischen Katholiken und der römischen Katholiken wurde die Stadt durch unterschiedliche kulturelle Traditionen, Bräuche, verschiedene und nützliche Handwerke bereichert.

2015 nahm der Verband für Kultur und Kunsthandwerk des Landkreises Trakai, im Bewusstsein um die Bedeutung des bunten kulturellen Erbes der Völker, seiner Tätigkeit im Zentrum für traditionelles Handwerk des Landkreises Trakai auf. Das Hauptziel dieses Zentrum ist die Bewahrung des kulturellen Erbes der verschiedenen Völker: Traditionen und Bräuche bei Festen, Besonderheiten der Küche und Kunsthandwerke u.a. Damit soll die Kontinuität der Traditionen erhalten bleiben und das Interesse daran in den Einwohnern und Gästen von Trakai geweckt werden. Viele Gäste und die verschiedensten Meister demonstrieren hier den ganzen Sommer über ihre Handwerke: Stickerei, Schnitzerei, die Herstellung von Lederwaren, usw.

Es ist darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei um das kulturelle Erbe der hier einst und immer noch lebenden Völker handelt. Hier kann man also die Traditionen und Handwerke der Litauer, Karäer, Georgier und Tataren näher kennen lernen.

Eine Art und Weise zur Erhaltung der Kontinuität der traditionellen Handwerke sind praktische Bildungsprogramme. Dabei handelt es sich um Veranstaltungen mit einer Dauer von 1-4 Stunden, bei denen die Teilnehmer die Möglichkeit erhalten, die verschiedensten Fähigkeiten zu erlernen oder zu trainieren. Die Vielfalt der Veranstaltungen reicht vom Backen von Brot oder Kibinai bis zum Filzen, von der Seifenherstellung bis zur Anfertigung von Dekorationen aus Stroh, vom Teelabor bis zum Weben von Bändern und Teppichen...

Das Zentrum für traditionelles Handwerk des Landkreises Trakai bietet sehr vielfältige Dienstleistungen, versammelt die Kunsthandwerker des Bezirks, Berät sie bezüglich der Zertifizierung ihres Handwerks und ihres Meistertitels, präsentiert ihre Werke, indem Einführungsprogramme, Feste und Märkte organisiert werden. Im stets geöffneten Souvenirladen kann man verschiedene handgefertigte Produkte erwerben. 

 

Neun Handwerke - und auch mit dem zehnten lässt sich Geld verdienen

Das Zentrum für traditionelles Handwerk des Landkreises Trakai bietet über zehn verschiedene Bildungsprogramme und die Meister unterschiedlicher Handwerke helfen beim Erlangen nützlicher Fertigkeiten. Hier kann jeder Interessierte lernen, wie man filzt, Seife herstellt, Bänder oder Teppiche webt. Bei den Veranstaltungen können die Besucher dekorative Kunstwerke herstellen, mit denen sie ihr Heim schmücken können: Himmeli und Spielzeug, aus Holz geschnitzte Engel oder einen „Medinaitis“ mit Kräutern. Bei der Schulung im Beschwören von Steinen erhält der Teilnehmer Einblick in die Bedeutung der baltischen Zeichen und Farben, und im Kurs über Traumpuppen kann man mehr über die Geschichte der Puppenherstellung, die Tradition der litauischen Volkstracht und die Geheimnisse der Traumwelt erfahren.

Diese Bildungsprogramme sind kostenpflichtig und finden auf Litauisch, Russisch, Polnisch oder Englisch statt. Wer an den Kursen teilnehmen möchte, muss sich telefonisch oder über die Internetseite anmelden. Jeder Teilnehmer eines Bildungsprogramms erhält ein Anfängerzeugnis im jeweiligen Handwerk.

 

Der Schatz der Küche

Die Liste der traditionellen Handwerke kommt nicht ohne das kulinarische Erbe aus. Wer die Besonderheiten der dzūkischen, atarischen, karäischen oder georgischen Küche kennenlernen möchte, für den werden das ganze Jahr über verschiedene Kurse der kulinarischen Praxis angeboten.

Bei den Sonderkursen erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Geheimnisse beim Backen karäischer Kibinai oder beim Kochen der hausgemachten Teigtaschensuppe chamur dolma zu erfahren. Außerdem erfährt man, bei welchem Gericht es sich um das tatarische Tschäk-Tschäk, das georgische Chatschapuri oder Chinkali handelt. Beim Kennenlernen der Besonderheiten dzūkischer Gerichte werden in einem alten Ofen ein dzūkisches Brot, eine Babkaaus Buchweizen, Honigkuchen nach Art des Hauses oder Kringel gebacken.

Wenn Sie eine Festtafel nach alten Traditionen herrichten möchten, bietet das Handwerkszentrum speziell vor den Kalenderfesten organisierte Bildungsveranstaltungen an. Im Winter werden Kenntnisse über die Gerichte, Traditionen und Spiele zu Heiligabend vermittelt und die Teilnehmer können lernen, wie man die litauischen Weihnachtskekse „Kučiukai“ backt. In den Kursen zum Gestalten von Ostereiern vor Ostern werden Sie Kenntnisse von der Symbolik der Farben und Muster und weiteren interessanten Dingen erhalten. Wenn die kürzeste Nacht des Jahres – das Johannisfest – bevorsteht, wird das Teelabor mit seinen Aromen und besonderen alten Rezepten für die Zubereitung dieses Getränks verzaubern.

 

Erlebnisausflüge

Das Zentrum für traditionelles Handwerk des Landkreises Trakai organisiert auch verschiedene Erlebnisausflüge. Sie können zu Fuß, mit dem Fahrrad oder in einem Boot stattfinden. Und im Winter werden alle, die sich nach neuen Eindrücken sehnen, zu einem gemeinsamen Spaziergang über den Galvė-See eingeladen, außerdem gibt es viele Sagen und Legenden über den See und seine Inseln zu erfahren.

Wer sich gern mit einem der ältesten Handwerke – der Imkerei – vertraut machen möchte, der kann auf dem Weg durch einen ruhigen Wald das friedliche dzūkische ethnografische Dorf Tiltai erreichen. Die von einem Imker geführten Neugierigen werden das Leben der Bienen kennenlernen und erfahren, wie man mit ihnen Freundschaft schließt.

Wer die Landgüter der Grafen Tiškevičiai besuchen möchte, dem empfiehlt das Handwerkszentrum einen Fahrradausflug. Über Hügel, Kieswege und Wiesen lassen sich drei Landgüter erreichen: Trakų Vokė, Lentvaris und Užutrakis.

 

Ferienlager für Kinder

Das Zentrum für traditionelles Handwerk des Landkreises Trakai bietet im Sommer aktive kreative Ferienlager für Kinder. Mit Hilfe erfahrener und enthusiastischer Leiter lernen die Kinder die Umgebung kennen, nehmen an Rollenspielen und Diskussionen teil, bewältigen Aufgaben im Team oder allein.

In den kleinen Gruppen (bis 16 Kinder) des Lagers werden den Kindern neue Möglichkeiten der Kommunikation und des Ausdrucks geboten sowie die Kreativität und Selbständigkeit der Kinder wird angeregt. Eine nationale Selbstwahrnehmung wird geformt und die Werte der Ethnokultur werden verbreitet. Die Teilnehmer am Ferienlager erhalten Einblick in alte Handwerke, deren Geschichte und die Bedeutung von deren Erhalt. Für die Kinder sollen Möglichkeiten geschaffen werden, um praktische Kenntnisse zu erlangen und die im Alltag notwendigen Fertigkeiten zu schulen. Die Kinder versuchen, die verschiedensten Dinge selbst herzustellen – von Leckereien bis zu Haushaltsgegenständen.


Adresse: Karaimų Str. 41, Trakai, Gemeinde Trakai, Bezirksverwaltung Trakai