Das Ethnografische Museum des Landkreises Vilnius in Nemenčinė

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Im Landkreis Vilnius leben seit alten Zeiten Menschen unterschiedlicher Kultur, Sprachen und Religionen zusammen. Die Traditionen, Bräuche und Handwerke der Litauer, Russen, Polen, Belarussen und anderer Völker bilden das reichhaltige und bunte historisch-kulturelle Erbe dieses Landkreises. Mit der Zeit verbanden sich bestimmte nationale Traditionen untereinander, andere haben ihre besonders deutlichen Unterschiede bewahrt.

Der von Kiefernwäldern und Seen umgebene Ort Nemenčinė ist einer der ältesten in Litauen und zeichnet sich bereits über mehrere Jahrhunderte durch nationale Vielfalt aus. Die etwa 20 km nordöstlich von Vilnius an der Mündung des Flusses Nemenčia liegende Kleinstadt lädt Reisende zu einem Besuch des Ethnografischen Museums des Landkreises Vilnius ein, das sich zum Ziel gesetzt hat – die Schönheit des Kulturerbes aller in dieser Gegend lebenden Nationen zu bewahren und zu präsentieren.

In diesem Museum, das im Sommer 2000 seine Türen öffnete, werden etwa 1000 Objekte ausgestellt. Sie wurden von den Bewohnern des Bezirks zusammengetragen und dem Museum wohlwollend übergeben. Die Dauerausstellung besteht aus den verschiedensten Alltagsgegenständen, Möbeln, Werkzeugen sowie Gegenständen, die Bräuche und traditionelle Handwerke aus dem Landkreis Vilnius widerspiegeln. Die Zahl der Exponate steigt beständig: Hier werden interessante Fundstücke aus dem gesamten Bezirk Vilnius gesammelt.

Neben der Dauerausstellung lädt das Museum Besucher auch zur Besichtigung vorübergehender Ausstellungen ein: Volkskunst, Malerei, Fotografie oder altertümliche Handwerke. 2012 wurde hier der Fotografenverein des Ethnografischen Museums des Landkreises Vilnius gegründet, der einer aktiven Ausstellungstätigkeit nachgeht und Pleinairs (künstlerische Veranstaltungen in der Natur) organisiert.

Das Ethnografische Museum des Landkreises Vilnius befasst sich mit diversen kulturellen Tätigkeiten. Hier werden oft Konzerte, Konferenzen und Bildungsprogramme für Kinder und Erwachsene veranstaltet. Neben Ausstellungen, in denen sich die alte Holzschnitzerei, Scherenschnitte und andere Kunsthandwerke präsentieren, werden hier Werkstätten für Keramik und Webetechnik betrieben. Jeder Interessierte kann mit Hilfe professioneller Meister etwas töpfern oder sich an der Herstellung eines Haushaltsutensils mit einer traditionellen Maschine versuchen.

Das Ethnografische Museum des Landkreises Vilnius kann von Mittwoch bis Sonntag besucht werden. Die konkreten Besuchszeiten sollten im Voraus erfragt werden.

 

Die Filialen des Museums

Das Ethnografische Museum des Landkreises Vilnius besitzt vier über den Bezirk verteilte Filialen. In nördlicher Richtung von Nemenčinė kann man eine reichhaltige ethnografische Ausstellung in der Museumsfiliale im Dorf Sužionys besichtigen. Eine weitere Filiale befindet sich am östlichen Ufer des Širvys-Sees, unweit von Paberžė: Sie befindet sich in einem beeindruckenden, am Ende des 15. Jahrhundert errichteten Palais des Landgutes von Glitiškės. Am östlichen Rand des Regionalparks Neris befindet sich das Dorf Čekoniškės, in dem Palmwedel und Alltagsgegenstände ausgestellt werden. In dieser Filiale des Ethnografischen Museums erhalten die Besucher Einblick in die ausschließlich für den Landkreis Vilnius typische Tradition der Anfertigung von Palmwedeln, die dafür geeigneten Pflanzen u.ä. Das Museum des Priesters und Prälaten Józef Obrębski in Maišiagala (vierte Filiale) präsentiert erhabene katholische Persönlichkeiten und verschiedene Exponate aus der Kirchengeschichte.

 

Die Museumsausstellung

In dem von der Bezirksverwaltung Vilnius gegründeten Ethnografischen Museum wird der breiten Öffentlichkeit das Kulturerbe unterschiedlicher Völker vorgestellt. Etwa 1000 Exponate belegen den Alltag und die Traditionen der Litauer, Russen, Polen, Belarussen und anderer Völker.

Die Dauerausstellung des Ethnografischen Museums besteht aus den von Bewohnern des Landkreises Vilnius an das Museum übergebenen diversen altertümlichen Alltags- und Haushaltsgegenständen: Krüge, Schüsseln, Stoffe u.ä. Hier werden auch viele traditionelle Kleider, Holzschuhe, Möbel, Bücher und Dokumente sowie Kunstwerke aufbewahrt. Unter den Exponaten fehlt es nicht an Werkzeugen, die von den Meistern verschiedener Handwerke und von den Bauern eingesetzt worden sind.

Große Bedeutung wird der Landeskunde beigemessen, wobei die Öffentlichkeit des Landkreises in die ethnografische Forschung einbezogen wird. An den speziell organisierten wissenschaftlichen Expeditionen nehmen Jugendliche aus Litauen und Polen gern teil. Die dabei zusammengetragenen neuen und interessanten Gegenstände ergänzen die Dauerausstellung des Museums und werten sie auf.

 

Bildungstätigkeit 

Das Ethnografische Museum des Landkreises Vilnius ist ein untrennbarer Bestandteil des kulturellen Lebens in Nemenčinė. Hier finden ständig diverse Programme zum Kennenlernen und wissenschaftliche Veranstaltungen statt. Neben Ausstellungen, Konzerten und Konferenzen gibt das Museum die Möglichkeit, an Lehrveranstaltungen teilzunehmen. Dieses Angebot steht nicht nur für die Ortsbewohner zur Verfügung, sondern auch für die Gäste.

In speziell eingerichteten Werkstätten für Keramik und Webtechnik können sich die Besucher mit den Feinheiten dieser altertümlichen Handwerke vertraut machen. Die Kurse eignen sich für Kinder und Erwachsene. Die Kursleiter bilden sich stets auf internationalen Seminaren zu traditionellen Handwerken weiter, die vom Polnischen Museum für Volkskultur in Węgorzew veranstaltet werden.

 

Die Umgebung von Nemenčinė

Nemenčinė liegt in einem besonders malerischen Waldmassiv. Das Forstamt von Nemenčinė misst der Pflege des Territoriums viel Aufmerksamkeit bei. Für den Komfort der Besucher wurden hier Rastplätze und Kinderspielplätze eingerichtet sowie Fahrradwege angelegt.

In der Umgebung befinden sich viele besondere Landschaftsobjekte. Am rechten Ufer der Nemenčia erhebt sich ein Burghügel, unweit davon der Fels von Skališkės, der auch der „weinende Fels“ genannt wird. Über den Fluss Neris erstreckt sich eine Hängebrücke, die zur Mutprobe einlädt.

Zu erwähnen und unbedingt zu besuchen ist ein absolut einzigartiges Objekt – ein aus 7000 gepflanzten Tannen angelegter Schriftzug von einem halben Kilometer Länge: Er lautet „Žalgiris 600“. Es handelt sich um ein 2010 im Forst von Bedzonys errichtetes Denkmal anlässlich des 600-jährigen Jubiläums der Schlacht von Tannenberg. Man kann den Schriftzug vom Flugzeug aus lesen. Es ist heute der weltweit größte Schriftzug aus Bäumen!


Adresse: Švenčionių Str. 14, Nemenčinė, Bezirk Vilnius